
Am Beginn eines jeden Tages gibt es eine Phase - eine Art "
Twighlight Zone", einen Übergang - der Integration in die "daily identity" - ins eigene Selbstverständnis.
Der Zeitraum der Persönlichkeits-Modifikation - vom unbewussten Nichts (Schlaf) in die einzunehmende Rolle - ist für mich der spürbarste im Bereich des Phänomens Identität.
Immer suspekter werden mir in diesem Zusammenhang (teuer erstellte) Identifikations"angebote" von Arbeitgebern (Firmen, Organisationen, etc.)
. Damit sie funktionieren, müssen sich diese Angebote mit der persönlichen Identität vermischen - würden mehrere Identitäten parallel oder zeitversetzt (nur Arbeitszeit) funktionieren, spräche man von
Dissoziativer Identitätsstörung - einer schweren Krankheit.
Gemeint sind hier: Corporate Behavior, Language, Culture, Philosophy - alle zusammengefasst in der sog.
CI.
Anm.: Corporate Behavior schreibt das Verhalten der Mitarbeiter untereinander und gegenüber den Kunden fest (verkürzt, bitte
hier weiterlesen).
Meine Identität wird also durch Instrumente der Markenführung und Gewinnmaximierung mitbestimmt? Das neue "Soll-Image" von Firma XY wird Bestandteil meiner privaten Perönlichkeit und meines Lebensgefühls?
Ich denke, hier geht
Arbeitnehmer-Domestizierung entschieden zu weit.
Firmen sind keine Personen (juristische ja - ein Fehler der Geschichte ...), sondern eher abstrakte, virtuelle Finanzkonstrukte und haben eben KEINE Identität.
Nach eigener
Kurzrecherche und
Lektüre gibt es derzeit keine Studien, Berichte, Publikationen oder Filme zum Thema Nachteile und Nebenwirkungen von Corporate Identities. Möglicherweise ist es aber ein ganz perfides, hochintellektuelles, neuzeitliches Instrument der
Verhaltenssteuerung im Interesse von Unternehmen (
und auch Staaten).
klingt
unfein - oder?
Lösung: Erst wenn jeder Erdenbürger sein Logo und CI-Manual hat, wird die Sache so unübersichtlich, dass sie sich selbst auflösen muss - und jeder wieder seine Ruhe hat.