
Ähnlich spannend, wie einen Furz im Aufzug zu lassen (bleibt er stehen? kommt wer herein? wird er/sie es merken? kann ich überhaupt noch rot werden?), hab ich meinen Kurz-Trip nach
Lignano empfunden - nämlich kaum.
Gut - es gab im September noch Sonne und man konnte im Meer baden, aber:
Man entkommt der Fressmeile nicht!
Ich habe noch nie einen Touristenort erlebt, der die Touristenströme so zu kanalisieren vermag. 100erte Lokale in der Fußgängerzone - kein (im
Osteria-Führer) nennenswertes im Umkreis von 50 Kilometer.
Nepp-Verdacht
Das selbe Frühstück kostet im selben Lokal einmal 9, einmal 11,80 und zweimal 13 €.
Für die zweite Liege am Strand muss man aufzahlen - und zwar pauschal für alle Tage, weil der Schirm und die erste Liege ja auch gesamt gebucht sind.
Bestellt man ein Produkt ohne weitere Angaben, bekommt man grundsätzlich das teuerste und die größte Einheit davon.
Alimentari mit einheimischen Produkten sind um 30% teurer
als bei uns in Wien.Aber: Man spricht Deutsch :-)
Identitätsverlust
Ich war schon an vielen Orten in Italien (Rom, Sizilien, Ravenna,
Gaeta,
Duino,
San Remo, ...) und ich schätze das dortige Lebensgefühl, die Esskultur, sogar die
Fahrweise - genauer: der permanente Regelbruch - hat Charme.
In
Lignano gibts das alles nicht - dort ist alles geregelt und gleich. Dort passiert nichts und es kann dir auch nichts passieren. Identität amorph, oder vielleicht hyper-polymorph.
Manuel

Hotelgäste-Clustering bei der Strandplatzvergabe führte zu unangenehmen Distanzunterschreitungen.
Wo ist denn das Schöne? Wo ist denn das Schöne? Gezählte 9 mal wiederholte die dämliche Oma vom kleinen, ebenso dämlichen Manuel aus Salzburg-Land diesen Satz - in atemraubender Langsamkeit.
Wo ist denn das Schöne? Gemeint war irgendeine
größere Muschel von vielen, die der kleine Manuel im Sand vergraben hat.
Fragen, die keiner beantworten will, oder kann .....
Der dämliche kleine Manuel aus Salzburg-Land und sein Aufmerksamkeitsdefizit (er wollte immer Sand auf mich werfen) hätte mir auch wurscht sein können, aber 2 Meter Abstand sind einfach zuwenig. Ich hatte einfach keine Ruhe für mein pornographisches Strandbuch (Ariadne von Schirach,
Der Tanz um die Lust - dazu später einmal).
Ja - Wo ist denn das Schöne?
Resignative Zufriedenheit
Schön wars! Wirklich! Im Vergleich zum Wetter hier in Wien, im Vergleich zum ewig-gleichen Arbeitsplatz, im Vergleich zum ...
Als zentralen Ausgangspunkt für Ausflüge (
San Giorgio di Nogaro, Torviscosa) kann man
Lignano nutzen - Sonne und Meer ist, wie oben erwähnt auch nicht das Schlechteste.